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Pressemitteilung

Exkursion 5 Jahre nach "Rettet die Bienen"

„Wie wichtig ist die EU für den Naturschutz - Ergebnisse des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" und des Begleitgesetzes nach 5 Jahren“

Willi Reinbold(Referent, vierter von links), Franziska Frühholz(EU-Kandidatin, Bildmitte)

Reges Interesse fand die Exkursion mit Willi Reinbold, Stadt- und Kreisrat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).  
Die EU Kandidatin der ÖDP Eichstätt, Franziska Frühholz begrüßte die Anwesenden. Über 1,7 Mio. Bürger hätten 2019 für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ unterschrieben. Mit der Unterstützung des Landesbund für Vogelschutzes (LBV) und des Bund Naturschutzes (BN) wurde es so zum erfolgreichsten Volksbegehren in Bayern. Damit habe Bayern nun das beste Naturschutzgesetz Deutschlands! Entscheidend seien aber die EU Gesetze, die den Naturschutz in Bayern erst ermöglichten. So sei ein neues Gesetz zur Rettung der Natur in Brüssel auf den Weg gebracht worden. Dass dieses Gesetz Bestand habe und auch umgesetzt werde, dafür sei die EU-Wahl am 9. Juni entscheidend. „Die Natur hat keine Wahl und braucht unsere Stimme! Da es keine 5% Hürde gibt, setzt sich die ÖDP mit Ihrer EU Abgeordnete Manuela Ripa schon jetzt für den Naturschutz in Europa ein!“, so Frühholz.
Auf der Exkursion ging es mit Reinbold zu einem 5 m breiten Gewässerrandstreifen, der jetzt verpflichtend ist. Hier wies der Ökologe auf die Anzeichen starker Überdüngung durch zu viel Stickstoff hin: Wo früher Schilf wuchs, wachsen jetzt am Ufer nur noch Brennnesseln. Der Seitenarm der Altmühl gleiche mit vielen Algen eher einer „dunklen Brühe“.
Begutachtet wurden auch die Wegränder, die sich hervorragend als Biotopverbundflächen eignen: So können Ameisen und Käfer wandern. Hier zeigte sich aber, dass die Randstreifen teils bis zum Weg bepflanzt und gedüngt werden, die Biotopfläche also nicht freiwillig eingehalten wird. „Regeln sind im Naturschutz wichtig! Freiwillig macht man nur das, was Geld bringt!“, erklärte der ÖDP-Stadtrat.
Am Beispiel eines Maisfeldes erläuterte Reinbold, warum der Kiebitz in den 70ger Jahren noch „Allerweltsvogel“ war und heute auf der roten Liste weit oben steht: Zu Beginn des Maisanbaus wurden das Unkraut gehackt, wodurch reichlich Nahrung für den Vogel übrigblieb. Seitdem der Mais ab den 80ger Jahren gespritzt wird, bleibt nur noch „Agrarwüste“ zurück. Die Tiere finden nichts mehr zum Fressen, der Bestand ist um 90% gesunken.
Wie Naturschutz direkt dem Menschen dienen kann, lasse sich anhand des Schutzes vor Starkregen aufzeigen: Findet sich im Wald ein hoher Anteil Totholz, so bremst das das Wasser bei starkem Regen. Moore seien besonders wichtig, weil sie sehr große Mengen Wasser aufnehmen könnten und so natürliche Wasserrückhaltebecken darstellten.
Inwieweit wurden nun die gesteckten Ziele des neuen Naturschutzgesetzes in den letzten 5 Jahren umgesetzt?  Der Exkursionsleiter zählte auf, wo die Vorgaben erreicht wurden: Es gibt viele Neuanlagen von Streuobstwiesen, mehr blühende Flächen und extensiv bewirtschaftetes Grünland, sowie bessere Förderprogramme für Weidetierhalter. Auf staatlichen Flächen wurde der Einsatz von Spritzmitteln reduziert. Der Anteil an Naturwäldern im Staatswald und Biotopverbundflächen im Offenland wurde auf 10% erhöht.
Am Ende der Veranstaltung zeigte der Eichstätter noch die wunden Punkte auf: Die Umsetzung der „Späten Mahd“ wurde mit 9.06% knapp nicht erreicht (Ziel: 10%). Vor allem habe aber der Ökolandbau nicht den nötigen Zuwachs zu verzeichnen. Dies ließe sich, so Reinbold, ändern, wenn in staatliche Einrichtungen die Kantinen auf Biokost umstellen würden. In Krankenhäusern hingegen sollte es dafür Zuschüsse geben, da die Kalkulation schon aktuell sehr knapp sei. Nicht umgesetzt sei auch der Schutz der Moore:  Hier wurde bisher auf Freiwilligkeit gesetzt, was aber keinen Fortschritt gebracht habe. Es zeige sich wieder: „Naturschutz muss gesetzlich geregelt werden!“

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