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ödp besucht Sägewerk Dirsch/ Ablaßmühle am 06.02.2020

Das Sägewerk Dirsch/ Ablaßmühle im Anlautertal besuchten auf Einladung des Kreisverbandes der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) am Thema Wald und Holz Interessierte. Anschließend trafen sich die Teilnehmer, unter denen auch ÖDP-Kandidaten für die Kreistags- und Stadtratswahlen waren, mit Johann Stadler, dem Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft Eichstätt (FBG). Ziel der Veranstaltung war es, sich über die Bearbeitung und Verwendung des heimischen Öko-Rohstoffes Holz und über die Leistungen und Aufgaben der FBG zu informieren.

Die Sägewerksführung übernahm Richard Dirsch junior, ausgebildeter Holztechniker. Er erklärte, wie in vielen Schritten aus runden Stämmen verschiedenste Schnittholzprodukte entstehen. Wichtig für die Ökobilanz von Holz sei es, dass die Fa. Dirsch ihr Rundholz ganz überwiegend im Nahbereich des Sägewerkes einkauft. Damit gilt hier das Prädikat „Holz der kurzen Wege“. Das gilt auch für den Verkauf des Schnittholzes, das meist an regionale Zimmerer, Dachdecker, Baufirmen etc. geht. „Bei uns gibt es keinen Abfall!“ betonte Dirsch. „Rinde, Sägemehl, Hobelspäne, Hackschnitzel – alles findet eine sinnvolle und ökologische Verwendung!“ So werden Hackschnitzel zum Heizen der eigenen Trockenkammern eingesetzt und Sägemehl wird zu Holzpellets (ein nachwachsender, CO2-neutraler Brennstoff) oder zu Füllstoff in der Ziegelindustrie verarbeitet.

Dirsch verwies in seinen Ausführungen aber auch auf die Konkurrenzsituation mit Großsägewerken. Diese kaufen oft von weit her billiges Rundholz ein, bearbeiten es hoch mechanisiert und verleimen es zu Fertigprodukten wie Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz. So kommen sie bei preisorientierten Ausschreibungen oft zum Zug. Kurze Wege, Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, individuelle Kundenbeziehungen etc. spielen bei diesen „Global Playern“ keine Rolle. Im wirtschaftlichen Umfeld könne sich ein mittelständisches Sägewerk nur behaupten, wenn es mit großer Verlässlichkeit, bester Qualität und hoher Flexibilität auf spezielle Kundenwünsche eingehe. Das gelänge dem Sägewerk Dirsch bislang gut. So wurde z.B. auch eine moderne Palettenfertigung aufgebaut, die geringwertigere Hölzer verwenden kann. Ausgemusterte Paletten können geschreddert und als Rohstoff für die Plattenherstellung eingesetzt werden. So wird das als Kohlenstoff im Holz gebundene CO2, das die Bäume der Atmosphäre entzogen haben, lange im stofflichen Kreislauf gehalten. Erst später wird es bei der Verbrennung wieder freigesetzt. Diese „Kaskadennutzung“ ist aus ökologischer Sicht wichtig.

Nach der Sägewerksbesichtigung kehrten die Teilnehmer noch in einem Cafe in Emsing ein. Dort erläuterte Herr Stadler die Aufgaben und Angebote der FBG Eichstätt, einer der leistungsfähigsten forstlichen Selbsthilfeeinrichtungen in Bayern. „Wir haben 2400 Mitglieder und eine Mitgliedsfläche von 17500 Hektar Waldfläche“, so Stadler. Die Zusammenfassung des Holzanfalls vieler kleiner Waldbesitzer zu interessanten Verkaufsmengen und damit die Erzielung besserer Preise sei die Ursprungsaufgabe der insgesamt 144 forstlichen Zusammenschlüsse in Bayern gewesen. Inzwischen sei deren Angebot deutliche erweitert, u.a. auf Fortbildungsmaßnahmen und Waldpflegeverträge für Waldbesitzer, die selbst nicht in der Lage sind, ihre Wälder zu bewirtschaften. Der Freistaat Bayern fördere die Zusammenschlüsse finanziell und durch forstliche Berater. In der von der Eichstäter ÖDP-Oberbürgermeisterkandidatin Maria Lechner moderierten Diskussion wurde der vermehrte Holzeinsatz v.a. im öffentlichen Bau gefordert. Positiv, mit Signalwirkung zu sehen, sei das mehrgeschossige Dienstleistungszentrum des Landkreises in Lenting. „Holz aus nachhaltig und naturnah bewirtschafteten, leistungsfähigen Wäldern hat mit Abstand den geringsten „ökologischen Fußabdruck“ unter allen Baustoffen.“, so Michael Strixner, Forstdirektor i.R. und ÖDP Kreistagskandidat aus Schernfeld.

Äußerst problematisch fanden die Teilnehmer die Verwendung von weit her transportierten Hackschnitzeln für das Holzheizwerk der Stadtwerke Eichstätt. Von den jährlich benötigten 30.000 Schüttraummetern kommen dem Vernehmen nach nur etwa 1.000 aus dem Landkreis. „Um Eichstätt herum gibt es reichlich Wald. Was wir brauchen sind regionale Wirtschaftskreisläufe und mehr Kooperation zwischen Waldbesitzern, Hackschnitzelproduzenten und Fuhrunternehmern im Landkreis!“ forderte Strixner. Der Ferntransport eines geringwertigen Produktes auf der Straße drücke die ansonsten positive Ökobilanz dieses Heizwerkes deutlich. Man darf gespannt sein, ob die künftige CO2-Abgabe bei solchen Fehlentwicklungen gegensteuert. Lechner beschloss den Abend: „Ökologisch nachhaltiges Wirtschaften dient dem Gemeinwohl! Das muss Vorrang haben vor dem Profit einzelner Betriebe!“


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