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Exkursion "Erneuerbare Energien" in Denkendorf- Bericht vom 26. 02. 2020

Sonne, Wind und für die Pflanzen ein wenig Regen begleiteten die Teilnehmer eines Spaziergangs mit dem Thema „Regenerative Energie“ zwischen Kipfenberg und Denkendorf. Die Familie Kammermeier aus dem Riedelshof hatte sich bereit erklärt, die Gruppe beginnend bei ihrer Biogasanlage über eine Photovoltaik-Freiflächenanlage zu ihren Windrädern zu führen. Eingeladen hatte die Öffentlichkeit der Kreisverband Eichstätt der ÖDP. 

Maria Lechner, die in Eichstätt als Oberbürgermeisterin und für den Kreistag kandidiert, freute sich bei der Begrüßung über die Gelegenheit, mit den Betreibern und den Teilnehmern die technischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge zu diskutieren. Dabei ging es ihr auch um die Chancen für einen steigenden Anteil von Strom aus Biogas, Sonnenstrom und Windstrom für den Landkreis Eichstätt, was zu den Zielen ihrer Partei gehöre.

Angesichts der drei Anlagen, die in Sichtweite zueinander liegen, bot es sich an, die Stärken und Schwächen der drei Verfahren für die Stromerzeugung in den Vordergrund zu stellen. Heinrich Kammermeier zeigte dies am Flächenbedarf. Für seine Biogasanlage mit ca. 2,3 Millionen Kilowattstunden (kWh) braucht er im Jahr die Ernte von ca. 150 ha landwirtschaftlicher Fläche. Um in einem durchschnittlichen Jahr die gleiche Anzahl von Kilowattstunden zu erwirtschaften, die durch die Verstromung des Biogases aus seiner Anlage erzielt wird, muss eine Photovoltaikanlage fast 3,0 ha groß sein. Bei neuen Anlagen ist der Flächenbedarf geringer. Ein modernes Windrad mit 200m Gesamthöhe, von denen zwei beim Riedelshof stehen, kann unter den Windbedingungen im Jura mit 5,2 bis 5,9 Mio. kWh wesentlich mehr „ernten“ als die besichtigte Biogas- und die dortige Photovoltaikanlage. Für den eigentlichen Standplatz des Windrades und den Stellplatz für Kräne beim Aufbau und bei Reparaturen ist eine Fläche von ca. 2000 bis 2500 m2 notwendig. Damit man das Windrad in den Flächenvergleich einbeziehen kann, braucht man eine kleine Rechnung, wie Kammermeier erläuterte. Um den Ertrag von 5,5 Mio. kWh des Windrades zu erzielen, wären ca. 2 bis 2,4 mal so große Ackerflächen für die Versorgung der Biogasanlage bzw. PV-Flächen wie bei den beiden besichtigten Anlagen in der Nähe des Riedelshofes nötig. Daher sei die Windkraft ökologisch und wirtschaftlich eine sehr interessante regenerative Energiequelle.

Trotz dieser Bilanz waren sich die Betreiber und die Teilnehmer einig, dass die Biogasanlage ihre Berechtigung hat wegen eines großen Vorteils an anderer Stelle. Diese Anlage kann das entstehende Biogas bis zu einer gewissen Menge speichern. Wenn diese Reserven von vielen Biogasanlagen angelegt werden, können Zeiten mit ungünstigen Wetterbedingungen für Photovoltaik oder für Windräder oder mit besonders hohem Strombedarf ausgeglichen werden. 

Auf Windräder und die Erdbeben-Messstation Eglofsdorf angesprochen, berichtete Heinrich Kammermeier von Sachverständigengutachten. Diese hätten bewiesen, dass die Schwingungen gut gegründeter Windräder dort geringer seien als die Umweltschwingungen, die u. a. durch Verkehr, Gewerbe und Landwirtschaft verursacht werden. 

Für die Kommunalpolitik in den neuen Gemeinde- bzw. Stadträten und dem neuen Kreisrat sahen die anwesenden Kandidaten der ÖDP große Aufgaben in der Beschäftigung mit der 10 H-Regel, um den Ausbau der Windenergie wieder anzukurbeln, und mit einem massiven Ausbau der Photovoltaik auf Dächern von Häusern, Gewerbe- und Industriebauten. 

Nach den Dankesworten des Kreisvorsitzenden der ÖDP, Klaus Loderer aus Biesenhard stellte sich heraus, warum Eva Kammermeier ihre Gästebücher mit auf den Weg genommen hatte. Sie konnte mit einem Eintrag aus dem Jahr 1998 an die Pionierzeiten der Windenergie erinnern, als Stadt- und Kreisrat Willi Reinbold aus Eichstätt mit der ÖDP kurz vor der Inbetriebnahme des ersten Windrads am Riedelshof mit einer Gruppe dort zu Gast war.


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